Entspannt durch die Prüfungszeit

 

Wohl jeder Mensch kennt die Aufregung, die unmittelbar vor einer Prüfung, einem Bewerbungsgespräch, einem Referat, einer Rede oder Wettkämpfen auftritt. Die Hände werden schwitzig. Man wird innerlich unruhig und zittrig. Es besteht Herzklopfen und eventuell schlägt die Nervosität auch auf den Magen-Darm-Trakt. Man hat das Gefühl, dass man alles Gelernte wieder vergessen hat und der Kopf leer ist. Dieser Zustand kann auch schon ein paar Tage vor der anstehenden Situation auftreten, so dass man vor Aufregung keinen Schlaf mehr finden kann.    

Jede Prüfung stellt eine akute und hohe Leistungsanforderung dar. Im Moment der Prüfung muss Bestleistung im Hinblick auf Konzentration, Gedächtnis, Denkfähigkeit bzw. Leistungsfähigkeit etc. erbracht werden. Bis zu einem gewissen Grad ist dieser Zustand der Anspannung vor einer Prüfung auch völlig normal und physiologisch durchaus gewollt. Körper und Geist werden so auf ein Leistungsmaximum vorbereitet. Wird die Angst aber so stark, dass die Symptome und Beschwerden zu einer Belastung werden und es zu Blockaden kommt, spricht man von Prüfungsangst, die dann auch behandelt werden sollte.

Was kann ich bei Prüfungsangst tun?

Ordnungstherapeutische Ansätze
Körper, Geist und Seele können durch ordnungstherapeutische Ansätze gestärkt werden, wodurch die Fähigkeit, Krisen besser zu bewältigen, erlernt wird. Wer lernt, in guten Zeiten Stress abzubauen, ist auch in Belastungszeiten besser aufgestellt, da er dadurch eine gewisse Stabilität erlangt hat. Durch die erlernten Möglichkeiten, den Stress abzubauen, lassen sich Körper und Geist in Belastungszeiten schneller regenerieren.

Strukturieren Sie Ihren Tag
Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen, schaffen Sie sich einen körperlichen Ausgleich und betreiben Sie Powernapping durch ein kurzes Nickerchen. Vermeiden Sie es, zu viele Dinge gleichzeitig zu tun, wie z.B. Essen am PC, und schaffen Sie einen Fokus auf das Wesentliche. Auch das regelmäßige Ausführen von Entspannungstechniken, wie z. B. Meditation oder Yoga, kann zur Verminderung der Stress-Symptomatik beitragen.

Brainfood & gesunde Ernährung
Ernähren Sie sich von Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index, dadurch werden starke Blutzuckerschwankungen verhindert, was für das Lernen sehr wichtig ist. Schnell verfügbare Kohlenhydrate wie Traubenzucker, Rosinen usw. sollten nur während der Prüfung eingesetzt werden, da hier eine unmittelbare und kurzfristige Leistungssteigerung erwünscht ist. Setzen Sie auf so genanntes „Brainfood“. Das sind Lebensmittel, die unser Gehirn zusätzlich zu den energieliefernden Nährstoffen wie Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten auch ausreichend mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgen. Durch die enthaltenen Nahrungsbestandteile wird die Gehirnfunktion nachweislich beeinflusst, die Konzentrations-, Lern- und Gedächtnisleistung wird gefördert, aber auch das Abspeichern und Abrufen von Informationen, die Wachheit, Entspannung und geistige Leistungsfähigkeit nehmen zu. Meine Empfehlungen sind:

  • Fettsäuren: v.a. Omega 3 Fettsäuren in Raps- und Leinöl, Lachs, Hering.
  • Kohlenhydrate: z.B. in Hülsenfrüchten wie Linsen, Vollkornprodukten, regionalen Obst- und Gemüsesorten.
  • Eiweiße: z.B. in Fisch, magerem Fleisch, Milchprodukten, Linsen.
  • Chlorophyllhaltige Lebensmittel: z.B. Grünkohl, Spinat, Petersilie (sie können die Sauerstoffversorgung im Körper verbessern).
  • Auch eine ausreichende Trinkmenge in Form von Wasser und Kräutertees ist für unser Gehirn sehr wichtig.

Phytotherapie
Es gibt viele verschiedene Heilpflanzen, die helfen können, den Stress besser abzubauen. Melissenblätter z.B. werden bei nervös bedingten Beschwerden verwendet, bei denen Ängste, Sorgen und Stress bestehen. Das vegetative Nervensystem reagiert mit Herzklopfen und häufig bestehen nervöse Magen-Darmbeschwerden und Erschöpfungszustände. Melissenblätter können als Tee oder Fertigarzneimittel eingesetzt werden. Sie wirken angstlösend und verbessern die Stimmung sowie das Gedächtnis. Baldrianwurzel hilft bei stressbedingten Ein- und Durchschlafstörungen und steigert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Außerdem wirkt sie beruhigend auf Magen, Darm und Blase bei Lampenfieber und Prüfungsängsten. Am besten wird hier ein Fertigarzneimittel gewählt.

Konstitutionstherapie
Bei der Konstitutionstherapie wird der Mensch in seiner Individualität mit allen seinen Beschwerden erfasst und es wird aufgrund dieser ein geeignetes Mittel ausgewählt. Durch das ausgewählte Konstitutionsmittel wird das Problem in der Tiefe behandelt.

Mein Homöopathie-Tipp für Sie:

Sehr gute Erfahrungen habe ich bei Prüfungsängsten mit der Homöopathie gemacht. Eine bewährte Indikation ist Gelsemium sempervirens, das vor allem angewandt wird, wenn eine zittrige Schwäche im Vordergrund steht und man sich vor Angst wie gelähmt fühlt. Argentum nitricum hilft bei großer Hektik vor Prüfungen, Erwartungs- und Versagensängsten mit Durchfall.

Mein Buchtipp für Sie:
„Was tun bei Prüfungsangst“ von Annette Kerckhoff